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Lindenhof will noch mehr Schulen für das Theater begeistern

Die Landesminister geben sich im Theater Lindenhof die Klinke in die Hand: Am Samstag war Kultusminister Andreas Stoch zu Gast, am 1. Mai kommt Finanzminister Nils Schmid.

TANJA MARQUARDT |

Auch bei der grün-roten Landesregierung erfreut sich die Melchinger Bühne, die sich just in diesem Monat seit 20 Jahren Regionaltheater nennen darf, großer Wertschätzung. Sonst hätte Ministerpräsident Winfried Kretschmann wohl kaum die Schirmherrschaft über das Schauspiel zum Mössinger Generalstreik 1933 übernommen, das am 11. Mai in der Pausa-Bogenhalle Premiere hat.

Die SPD-Minister wollen da nicht hinten anstehen. Am Samstag kam Kultusminister Andreas Stoch zusammen mit dem SPD-Wahlkreisabgeordneten Klaus Käppeler zu seinem ersten Besuch nach Melchingen. Bei Kaffee und Keksen, Pizza und Pasta stellten Lindenhof-Intendant Bernhard Hurm und -Präsident Uwe Zellmer ihr Lebenswerk vor, schmiedeten Zukunftspläne und plauderten über dieses und jenes, über G 9 und Gemeinschaftsschule. Dass es dabei speziell zwischen den beiden Heidenheimer Landsmännern und Fußballfans Zellmer und Stoch auch sehr privat zuging, störte nicht. "Dass das Private politisch wird, war schon immer unsere Stärke", hielt Zellmer fest.

Die in diesem Jahr besonders ehrgeizigen Schultheaterprojekte des Lindenhofs waren ein Thema, das den Kultusminister schon kraft Amtes besonders interessierte. Zellmer, als Oberstudienrat außer Dienst, als Theaterpädagoge aber immer noch voll im Geschäft, stellte das "Stuttgarter Hutzelmännlein"-Projekt vor, das die Melchinger zusammen mit Dutzenden Schülern aus der Gesamtstadt Burladingen und aus Balingen im Dezember zu Felix Hubys 75. Geburtstag auf die Bühne bringen. Zellmer und Hurm bekundeten die Absicht, ihre Theaterkooperation mit Schulen der Region, speziell auch aus Burladingen, zu forcieren. Anstrengungen in Bildung und Kultur seien allemal ein probates Mittel, um dem Phänomen der Landflucht zu begegnen.

Ein weiteres Vorhaben dieses Jahres stellte Bernhard Hurm vor: ein neues inklusives Theaterprojekt zusammen mit Mariaberg. "Menschenskind", ein selbst erarbeitetes Stück mit Laiendarstellern mit Handicap und mit Profis vom Lindenhof, soll im Herbst auf den Spielplan kommen. Und dann beschäftigt das Künstlerduo Zellmer/Hurm noch der im März 2014 anstehende 100. Geburtstag Thaddäus Trolls, dessen Geschichtenschatz die beiden Lindenhof-Urgesteine schon annähernd 1500 Mal auf die Bühne gebracht haben. Zum Troll-Maifest am 1. Mai wird Andreas Stochs Ministerkollege Nils Schmid erwartet.

Nach einem Spaziergang durch Melchingen ließ sich der Kultusminister noch die Spielstätten des Lindenhofs, Scheune und Saal, zeigen und über das 1,5 Millionen Euro schwere Zukunftsprojekt namens Umbau und Erweiterung informieren.

Die Stiftung Theater Lindenhof hofft auf Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und - wenn Burladingen in die Förderkulisse aufgenommen wird - auch aus Leader-Mitteln der EU. Ein paar Jahre, so Hurm, werde es aber sicher noch dauern, bis das Theaterfoyer, die Probenbühne, der verbesserte Brandschutz und ein höherer Komfort für Theatermacher und Zuschauer realisiert werden können. Denn noch ist das Bausparbuch ziemlich leer.

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