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Mach doch mal Kaffee

Es ist unser Lieblingsgetränk: Kaffee. In Lokalen zelebriert jeder den Kaffeegenuss - zu Hause oder im Büro werden grauenhafte Brühen geköchelt. Wie und womit kocht man sich einen guten Kaffee?

BEATE ROSE |

Kaffee muss sein, auf jeden Fall zum Frühstück. Blöd nur, wenn die Kaffeemaschine kaputtgegangen ist, man morgens selbst aufbrüht, und der Liebste am Frühstückstisch interessiert in seine Tasse guckt und fragt: "Ist das Tee?"

Dann ist es Zeit für eine neue Maschine. Die findet man im Fachgeschäft, in Ulm zählt Abt dazu. Wer dort auf der Suche nach einer Kaffeemaschine ist, lernt Manja Geldner kennen. Sie arbeitet seit 22 Jahren in der Kaffeeabteilung des Kaufhauses und kennt sich aus in der Welt der Vollautomaten und Siebträgermaschinen. Ihre Frage an die Kunden lautet: Soll der Muntermacher Kaffee oder Espresso sein?

Wer Kaffeetrinker ist, dem kann sie von Filtermaschinen (35 Euro) bis Vollautomaten (3750 Euro) etwas empfehlen. Wobei es Vollautomaten auch schaffen, Espresso zu erzeugen. Abt hats, natürlich, und zwar von der Espressokanne (30 Euro) bis zum Klassiker, etwa der "Nero" von Saeco (229 Euro).

Beim Kaffee will Geldner nicht so ausführlich über Bohnenkaffee von der Warmhalteplatte reden. Die "Krups T 8" produziere einen trinkbaren Kaffee (170 Euro), das aber, weil die Maschine das Wasser über einen Tauchsieder erhitze und mittels Druck durch das Pulver presse.

Geldner finde Espresso bekömmlicher. Dem stimmt Sven Kammerzelt zu, der in seinem "Kaffeehäusle" vor allem Bohnen und Pulver für Kaffees und Espressi verkauft. Seine Erklärung: Im Kaffeepulver seien Koffein und Gerbstoffe enthalten. Tröpfelt die Maschine wie beim Filtersystem minutenlang Wasser durchs Kaffeepulver, dann lösen sich diese Stoffe. Anders beim Espresso: "Das Wasser wird 25 Sekunden lang mit hohen Druck durchs Espressopulver gepresst." Nur die "guten Stoffe", die magenfreundlichen, würden in der Tasse landen.

Geldner sieht das ähnlich. Maschinen, die das können, sind etwa die "Nespresso latissima" (259 Euro), unter Frauen auch als die "Georgeboy-Maschine" bekannt. Der schöne Schauspieler Clooney macht nämlich Werbung für sie.

Geldner schwärmt von der Maschine, in die Kapseln eingelegt werden. In denen lande der Kaffee frisch gemahlen. "Nespresso" biete 16 Kaffeesorten in Kapseln, vier davon Espressosorten. Nur: Die Kapseln machen mehr Müll als ein Filter und sie sind teurer. Eine Tasse Kaffee, in der "Latissima" gebrüht, koste 37 Cent, Geldner rechnet sonst bei einer Tasse Kaffee mit 20 Cent. Kaffeemann Kammerzelt rechnet mit 15 Cent pro Tasse.

Der teuerste Vollautomat, der derzeit bei Abt steht, gibt dem Kaffeekocher sogar Anweisung. Über einen Bildschirm. Die Maschine der Marke "Jura" heißt "Giga" (3750 Euro) und ist selbsterklärend. "Die Gebrauchsanweisung fällt weg, weil alles auf dem Bildschirm steht." Diese Maschine würde einfach "alles" bieten, verfüge etwa über zwei Mahlwerke, sie würde "optimale" Milchschaummengen in den Kaffee schütten und mache Rezeptvorschläge. Diese Maschine ist etwas für Leute, für die Kaffeetrinken Luxus sei.

Espresso sprudelt auch in der Espressokanne, die man dafür auf den Herd stellen muss. An ihr scheiden sich die Geister. Während Geldner sagt, dass die Kanne nur einen "starken Kaffee" erzeuge, aber zum Espresso die Crema, der leckere Schaum, fehle, findet Kammerzelt den Espresso "in Ordnung". Schließlich wachsen mir ihr "Generationen von Italienern" auf. Können sie beim Espresso irren? Eben.

Wie findet man heraus, welcher Kaffee am besten schmeckt? Geldner wie Kammerzelt sagen unabhängig voneinander, aber übereinstimmend: "Ausprobieren und trinken."

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