Ulm/Neu-Ulm:

sonnig

sonnig
19°C/6°C

Gemeinschaftsschulen bleiben in Diskussion

Mehr Flexibilität bei der Entwicklung der Gemeinschaftsschule fordert der Städtetag. Kultusminister Stoch will die Anregungen prüfen.

LSW |

Der Städtetag Baden-Württemberg hat die grün-rote Landesregierung aufgefordert, bei der Gemeinschaftsschule nachzubessern. Schulverbünde zwischen Gemeinschaftsschulen und anderen Schulen müssten ohne Bedingungen zugelassen werden, sagte Geschäftsführer Stefan Gläser nach einem Treffen des Schulausschusses mit Kultusminister Andreas Stoch (SPD). "Viele Städte und Schulen brauchen sehr dringend den Trittstein Schulverbund für ihre Weiterentwicklung." Stoch sagte zu, die Anregungen zu prüfen.

Die von der Regierung angestrebte Zusammenführung von Realschulen und Gemeinschaftsschulen dürfe nicht unter Zeitdruck durchgesetzt werden, sagte Gläser. Die Betroffenen müssten die Möglichkeit bekommen, sich ohne Zwang kennenzulernen. "Damit wird dann auf beiden Seiten ein Wandel durch Annäherung ausgelöst." Der Städtetag sprach sich zudem dafür aus, das bisweilen eng gefasste Konzept der Gemeinschaftsschulen zu lockern. So sollten im pädagogischen Bereich auch leistungshomogene Gruppen zugelassen werden. Auch bei den Ganztagesangeboten müssten flexible Lösungen ermöglicht werden. Die Regierung müsse die Bevölkerung ausführlicher über die Pädagogik in den Gemeinschaftsschulen informieren.

Der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VEB) unterstützt die Anregungen. Eltern, die ihre Kinder auf eine Gemeinschaftsschule schicken, sollten nicht gezwungen werden, sie den ganzen Tag dort lassen zu müssen. Auch die Forderung nach Lerngruppen mit gleichem Leistungsniveau sei vernünftig. "Wenn kein Schüler auf der Strecke bleiben oder verloren gehen soll, darf das nicht dazu führen, dass sich die Lerngruppen letztlich immer am schwächsten Glied orientieren müssen", sagte ein VEB-Sprecher.

Stoch hatte erklärt, dass die Regierung die Schulentwicklung nicht aus Stuttgart für alle Regionen verordnen könne. "Sie ist vor Ort zu gestalten." Allerdings müsse das Ministerium die Rahmenbedingungen vorgeben. Dazu werde er spätestens im Mai den Entwurf für ein Schulentwicklungskonzept vorlegen, in dem auch Schulmindestgrößen beschrieben seien. "Wir müssen bei diesen Entscheidungen tiefe Gräben vermeiden, um den Streit nicht auf dem Rücken unserer Kinder auszutragen", sagte Stoch.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Wassermelonen-Brot

Der taiwanesische Bäcker Lee Wen-fa mit seinem Wassermelonen-Brot. Foto: David Chang

Grünteepulver, Erdbeeren, Bambuskohle und Lebensmittelfarbe: Daraus hat ein Bäcker in Taiwan ein sogenanntes Wassermelonen-Toastbrot gebacken. mehr

Die Kassette lebt weiter

Robert Schulze, Inhaber des Plattenladens "Bis aufs Messer", hat die Kassette lieb. Foto: Stephanie Pilick

Nicht nur Fans der „Drei Fragezeichen“ haben noch Kassetten. Auch Musikliebhaber und Labels entdecken sie wieder. Also: den Walkman bloß nicht wegschmeißen! mehr

Die "Game of Thrones"-Effekte

Jan Burda, «Visual-Effects-Artist» bei Mackevision zeigt die Arbeit an der Serie Game of Thrones.

Mittelalterliche Burgen, magische Wesen und imposante Landschaften prägen die Fantasiewelt der Serie "Game of Thrones". Gedreht wird in Nordirland, Island und Kroatien - viele der besonderen Bilder stammen aber aus Deutschland. mehr