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Volkskrankheit Hypertonie: Hochdruck in der Blutbahn

Am Sonntag ist Weltgesundheitstag. Im Fokus steht diesmal das Thema "Bluthochdruck". Mit gutem Grund: 2010 wurden weltweit mehr als neun Millionen Todesfälle auf Hypertonie zurückgeführt.

IRIS HUMPENÖDER |

Bluthochdruck tut nicht weh, und er kann jeden treffen. Ins Reich der Mythen gehört, dass nur Übergewichtige Bluthochdruck entwickeln. Hypertonie, so der medizinische Fachausdruck, kann viele Ursachen haben. Genetische Faktoren können ebenso eine Rolle spielen wie eine bestehende Grunderkrankung, Nebenwirkungen von Medikamenten, Stress, Bewegungsmangel oder stark salzhaltige Ernährung.

Oft wird Bluthochdruck - also Werte ab 140/90 mm/Hg - nicht erkannt. Die alte Formel "Lebensalter plus 100" für den oberen, den systolischen Blutdruckwert gilt nicht mehr. "Er sollte auch bei einem 80-Jährigen unter 150 liegen", sagt der Ulmer Kardiologe Dr. Arnim Imhof. Im Übrigen seien laut Leitlinie beide Blutdruckwerte, also systolischer und diastolischer, gleich wichtig. Allerdings achte man insbesondere bei Herzpatienten darauf, den unteren Wert nicht zu stark zu senken. Als normal gelten Werte um 120/80 mm/Hg.

"Chronischer Bluthochdruck", warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO, "gehört zu den gefährlichsten Krankheiten unserer Zeit". Mehr als neun Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen eines überhöhten Blutdrucks. Die Gefahr von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Nierenversagen könne aber mit einer gesünderen Lebensführung deutlich verringert werden, mahnt WHO-Direktorin Margaret Chan. Chronischer Bluthochdruck könne längst durch vergleichsweise preisgünstige Medikamente bekämpft werden. Besonders wichtig sei aber, dass Betroffene sich einen gesunden Lebensstil verordnen. Risikofaktoren wie Alkohol, Nikotin, Salz, Übergewicht oder Stress sollten reduziert werden. Wichtig seien auch regelmäßige körperliche Aktivitäten.

In wohlhabenden Ländern ist Bluthochdruck laut WHO dank üblicher Vorsorgeuntersuchungen und Behandlung weniger stark verbreitet als in armen Regionen. Am größten sei das Problem in Afrika, wo etwa 46 Prozent der Bevölkerung im Alter ab 25 Jahren unter Bluthochdruck leiden. Im weltweiten Durchschnitt seien in dieser Altersgruppe 40 Prozent betroffen, in Ländern mit hohen Einkommen 35 Prozent.Info Die WHO begeht den Tag der Weltgesundheit seit 1950 und erinnert mit dem Termin an ihr Gründungsdatum am 7. April 1948.

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